VSI - Verband Schmierstoff Industrie e.V.

Das Thema Nachhaltigkeit in seinen drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und
Soziales ist branchenübergreifend von großer Bedeutung. Es geht hierbei um den
Erhalt von Ressourcen durch ständige Optimierung, die Reduzierung des
ökologischen Fußabdrucks, sowie soziale und ethische Verantwortung. Eine auf diese Weise nachhaltig ausgerichtete Unternehmenspolitik ist einer der maßgeblichen Erfolgsfaktoren, um Anspruchsgruppen wie Lieferanten, Kunden, Mitarbeitern, Gesetzgeber und der Gesellschaft gerecht zu werden. Gleichzeitig ergibt sich hierdurch auch die Möglichkeit für Unternehmen und Organisationen, den Mehrwert, den sie für Wirtschaft, Umwelt und Gemeinwohl generieren, stärker herauszustellen.

Erste Kontakte zum Thema Nachhaltigkeit entstanden im Rahmen von Seminaren des VSI. Daraus wurde der Arbeitskreis "Nachhaltigkeitsinitiative Schmierstoff-Industrie" (NaSch). Grundsätzlich steht der AK NaSch allen VSI-Mitgliedern offen.

In einem ersten Schritt soll der Ressourcenverbrauch durch die Schmierstoffproduktion (Rohstoffe und Herstellung) und die Ressourcenschonung durch die Schmierstoffproduktion abgeschätzt werden. Dazu wurden 2018 die VSI-Mitglieder angeschrieben und der Ressourcenverbrauch für die Schmierstoffanmischung auf freiwilliger Basis erhoben. Die Ergebnisse wurden den teilnehmenden Mitgliedsfirmen zugeleitet.

Mit dieser Erhebung verfolgen wir drei Ziele:

  1. Einige Kunden (z. B. Automobilhersteller) fordern von ihren Zulieferern - hierzu zählt auch die Schmierstoffbranche - Daten über den CO2-Fußabdruck zu verlangen, die dann in die CO2-Bilanz des Erzeugnisses (Auto) einfließen. Auch hier wäre eine Richtgröße der Branche hilfreich.
  2. Verschiedene Behörden werden zukünftig solche nichtfinanziellen Leistungsindikatoren von Unternehmen im Rahmen der EU-Nachhaltigkeitsberichtspflicht verlangen. Schon jetzt müssen große Unternehmen (KMU < 500 Mitarbeiter sind bisher noch ausgenommen) solche Daten liefern. Diese Erhebung soll Daten generieren, um den Energie- und Wasserverbrauch in der Schmierstoffherstellung aufzuzeigen, bevor branchenfremde Institutionen solche Kriterien definieren und Ziele vorgeben.
  3. Schließlich kann jedes Unternehmen anhand der eigenen Daten und der berechneten Mittelwerte (aus allen eingesandten Daten) selbst beurteilen, wo es im Vergleich der Branche mit Blick auf den Ressourcenverbrauch steht und ob Effizienzverbesserungen möglich sind.

Die qualitativen Ergebnisse der Umfrage können hier eingesehen werden. Die Abfrage erfolgte getrennt nach Produktion von Schmierölen, Schmierfetten und Kühlschmierstoffen.

Zur Information können die Begleitdokumente der Abfrage hier eingesehen werden:

Zu Zeit (1./2. Quartal 2020) untersuchen wir den Ressourcenverbrauch für die Produktion von Additiven und Basisölen mit Hilfe der Produzenten. Aus diesen Daten und Musterformulierungen für Automobil- und Industrieschmierstoffe wollen wir Referenz-Ressourcenverbräuche berechnen. 

Im letzen Schritt (geplant für 2021) soll die Ressourceneinsparung durch den Gebrauch von modernen Schmierstoffformulierungen im Vergleich zu herkömmlichen Schmierstoffformulierungen abgeschätzt werden.

Erste Anhaltspunkte liefert die GfT-Studie. Diese Studie stellt fest, dass die durch den Schmierstoff herabgesetzte Reibung, insbesondere in der Mobilität, das Kernelement zur Verbesserung der Energieeffizienz darstellt:

  • Insgesamt lassen sich also fast 22 Millionen Tonnen CO2 oder 6,4 % der bis 2030 von der Bundesregierung erwarteten CO2-Reduzierungen allein durch Verringerung von Reibung einsparen und dies, ohne den Gebrauchswert zu beeinflussen.
  • Über die Reibungsminderung hinaus ist die Tribologie in Systemen zur Rückgewinnung von Energie aus Abgaswärme eingebunden, welche weitere Kraftstoffeinsparungspotenziale zwischen 5 und 10 % ermöglichen.
  • Überträgt man die allgemein angenommenen Anteile der Reibungsgesamtverluste am Primärenergieverbrauch, so errechnet sich allein für Deutschland ein Einsparpotenzial von ca. 208 MT CO2, was bis zu 60 % der von der Bundesregierung angestrebten Reduzierung an Treibhausgasemissionen bis 2030 entspräche.
  • Stichwort Feinstaub: ca. 90% der Partikelemissionen des Straßenverkehrs entstehen nicht in Verbrennungsmotoren, sondern durch Reifen-, Bremsen- und Straßenabrieb  (non-exhaust  emissions).  Grundsätzlich wird sich daran bei batterie- und Brennstoffzellen betriebenen Fahrzeugen nichts ändern!

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